Milliardenplan für die Moore

von Redaktion

München – Moore bedecken in Bayern 3 Prozent der Landesfläche. Das sind rund 220.000 Hektar, wie der Mooratlas 2023 darstellt. Doch nur wenige Moore sind heute noch nass und damit intakt. Stattdessen dienen trockengelegte Moore Landwirten als Acker oder sind bebaut – und sind große Emissionsquellen. In Bayern emittierten 2023 5,5 Millionen Tonnen CO₂ aus entwässerten Mooren. Die Wiedervernässung soll Moore und damit die Umwelt schützen. Bayern hat bereits Maßnahmen für mehr Moorschutz ergriffen. Gestern zog der Bund mit einem neuen Förderprogramm für die Wiedervernässung von Mooren in Deutschland nach.. Über die Maßnahmen und welcher Moorschutz in Bayern nun gilt.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bezeichnet das neue Programm als „Trendwende“. Auf den bewässerten Flächen solle weiterhin Land- und Forstwirtschaft betrieben werden, die sich finanziell lohne. Gleichzeitig sollen Moore laut Schneider „wieder die natürliche Klima-Anlage werden, die sie jahrtausendelang waren“. Nasse Moore speichern Treibhausgase und schützen so das Klima. Auch Überschwemmungen und Trockenheit wirken sie entgegen.

Für die „nasse Landwirtschaft“ stellt die Bundesregierung bis Ende 2029 rund 1,75 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit. Neben der Wiedervernässung soll auch Geld für die Haltung von Wasserbüffeln oder die Bepflanzung von Mooren fließen. Moorpflanzen können Fasern für Papier, Kartons oder Baumaterialien liefern. Auch Werteverluste der Eigentümer durch die Nutzung der Moore plant das Ministerium auszugleichen. Zuschüsse sollen bis zu 100 Prozent möglich sein.

Experten bezeichnen die Bewirtschaftung von Mooren als „Paludi-Kultur“, benannt nach dem lateinischen Begriff „palus“ für Sumpf. Diese Form der Landnutzung soll nun in Deutschland bis 2029 für rund 90 000 Hektar Land ermöglicht werden. Laut Umweltministerium eine Pionierarbeit in Deutschland und der EU.

Schneider betont, dass Landwirte freiwillig an dem Förderprogramm teilnehmen können. „Niemand wird gezwungen, seine Flächen nass zu bewirtschaften“, sagt er. Naturschützer befürworten das. „Während entwässerte Moorböden in Deutschland enorme Mengen CO₂ freisetzen, sind nasse Moore unsere natürlichen Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise“, meint der Deutsche Naturschutzring. Bedenken äußert der Bauernverband: Förderung müsse sich langfristig lohnen.

Bayern verankert Moorschutz in verschiedenen Programmen. Das Bayerische Klimaschutzprogramm nennt den „Masterplan Moore“ als eine zentrale Leitlinie. Der Ministerrat beschloss das 2018. Auch hier spielen Förderungen wie Wiedervernässung und Bewirtschaftung nach der „Paludi-Kultur“ eine Rolle. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Moorschutz hat in Bayern eine herausragende Bedeutung.“ Moore seien „ökologische Multitalente“. Das Ziel der Staatsregierung: Bis 2040 rund 55 000 Hektar Moor vernässen. „.Jeder Euro für den Moorschutz ist gut investiertes Geld. Es ist eine gute Nachricht, dass die Bundesmittel jetzt abgerufen werden können“, sagt Glauber unserer Zeitung. Die Maßnahmen des Bundes seien „ein zusätzliches Förderangebot“.LILLI SCHAULE

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