Freie Fahrt für Kreuzfahrtschiffe

von Redaktion

Mahnende Worte Richtung Washington: Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf. © Malekpour/dpa

Teheran – Bei den Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestehen nach Angaben aus Teheran weiter große Differenzen. Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim. Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch „weit von einer endgültigen Einigung entfernt“.

Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, sagte Ghalibaf in dem am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Kurz zuvor hatte sein Land die angekündigte Öffnung der für den globalen Ölmarkt wichtigen Meerenge wieder rückgängig gemacht. Als Grund nannte ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA. Die Meerenge unterliege der Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte, hieß es. Seither geht der Iran in der Meerenge militärisch gegen Schiffe vor.

Wegen mutmaßlichen Beschusses von zwei indisch beflaggten Handelsschiffen bestellte das Außenministerium in Neu-Delhi laut Mitteilung den iranischen Botschafter ein. Man habe die „tiefe Besorgnis Indiens“ über den Vorfall übermittelt. Wie der indische Sender NDTV berichtete, wurden die Schiffe „Jag Arnav“ und „Sanmar Herald“ von Kanonenbooten attackiert. Niemand sei verletzt worden, auch sei kein Sachschaden entstanden. Die Schiffe hätten jedoch umkehren müssen.

Der Iran müsse Schiffen die Fahrt nach Indien durch die Straße von Hormus wieder erleichtern, hieß es. Zuvor hatte der Verfolgungsdienst TankerTrackers.com unter Berufung auf den maritimen Notrufkanal berichtet, iranische Revolutionsgarden hätten zwei Schiffe gewaltsam zurückgedrängt. Betroffen sei unter anderem ein Supertanker gewesen, der zwei Millionen Barrel (rund 272.000 Tonnen) irakisches Rohöl transportiere.

Durch den Krieg im Persischen Golf gestrandete Kreuzfahrtschiffe haben dagegen die Straße von Hormus durchquert und sind auf dem Weg nach Europa. Darunter sind „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises und die „MSC Euribia“ der Schweizer Gesellschaft MSC. Sie seien am Samstag im Konvoi durch die Meerenge gefahren, sagte ein Sprecher. „Die Durchfahrt erfolgte in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden.“

Das US-Militär hatte zuvor mitgeteilt, weiter gegen Schiffe vorzugehen, die Irans Häfen anlaufen oder von dort ablegen wollen. Am Sonntag beschoss die US-Marine nach Angaben von Präsident Donald Trump ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman und brachte es unter ihre Kontrolle. Das Schiff habe versucht, die Blockade zu umgehen, daraufhin habe der US-Lenkwaffenzerstörer „ein Loch in den Maschinenraum gesprengt“, erklärte Trump.

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