Berlin – Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist einem Zeitungsbericht zufolge von Januar bis Ende März gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent zurückgegangen und auf ein Rekordtief gefallen. Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres 28.922 Anträge gestellt, wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) berichtete. Damit belegt Deutschland demnach erstmalig seit 2015 den vierten Platz in der europäischen Asylstatistik, nachdem es zuvor jahrelang Spitzenreiter war.
Die Zahlen werden laut „Welt am Sonntag“ in einem als vertraulich gekennzeichneten Bericht der EU-Kommission vom 1. April zur Lage der Migration in der EU und in Drittstaaten genannt. Die meisten Schutzgesuche wurden demnach in Frankreich gestellt (34.643), gefolgt von Spanien (32.630) und Italien (32.602). Schlusslicht ist Ungarn (26).
Insgesamt wurden laut dem Bericht im ersten Quartal 2026 in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und der Schweiz 173.082 Asylanträge gestellt – ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die meisten Antragssteller kamen aus Venezuela (21.542), Afghanistan (21.402) und Bangladesch (9738). Experten nannten den Rückgang von Asylanträgen aus Syrien und der Ukraine als einen wesentlichen Grund für den Einbruch der Anträge. Zudem wurden seit Einführung der erweiterten Grenzkontrollen im Mai 2025 von der Bundespolizei mehr als 28.000 Menschen an der Einreise nach Deutschland gehindert.