Staatsmedien zeigten ein Video des Vorfalls. © Rossija 24
Moskau/Berlin – Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerin wegen Terrorverdachts festgenommen. Die 1969 geborene Frau soll versucht haben, im Auftrag ukrainischer Geheimdienste in der Stadt Pjatigorsk in der Region Stawropol im Nordkaukasus einen Terroranschlag auszuführen. Ziel sei eine Einrichtung der russischen Strafverfolgungsbehörden gewesen, teilte der FSB mit. Von unabhängiger Seite überprüfbar sind die Vorwürfe nicht.
Im Rucksack der Verdächtigen sei ein improvisierter Sprengsatz entdeckt und daraufhin entschärft worden, teilte der FSB in Moskau mit. Die Sprengkraft der Bombe habe ungefähr 1,5 Kilogramm TNT entsprochen.
Das Moskauer Staatsfernsehen veröffentlichte ein gut zweiminütiges Video des FSB, in dem auch eine Frau mit unkenntlich gemachtem Gesicht in akzentfreiem Russisch erklärt, dass sie seit 1995 die deutsche Staatsbürgerschaft habe. Seit 2022 halte sie sich in Russland auf, erzählt sie. In diesem Monat habe jemand mit ukrainischem Akzent ihr im Internet eine hohe Summe angeboten, wenn sie eine Tasche mit einem Sprengsatz an der Polizeistation abstelle. Darauf habe sie sich eingelassen. Unklar ist, ob die Frau auch die russische Staatsbürgerschaft hat.
Ein zweiter festgenommener Verdächtiger, ein 1997 geborener Mann aus Zentralasien, sollte nach Darstellung des FSB die Bombe aus der Ferne zünden, um so möglichst viele Uniformierte zu töten. Dem Geheimdienst zufolge wäre dabei auch die Frau getötet worden. Beide Verdächtige hätten ein Geständnis abgelegt, so der FSB.