Kommt es zu neuen Verhandlungen? In Islamabad wurden die Sicherheitsvorkehrungen offenbar schon vorsorglich angehoben. © Anjum Naveed/dpa
Teheran/Washington – Wenige Stunden vor Ablauf des zweiwöchigen Waffenruheabkommens zwischen den USA und dem Iran sind weitere Gespräche über ein endgültiges Kriegsende am Dienstag in der Schwebe gewesen. US-Präsident Donald Trump betonte zwar die „sehr, sehr starke Verhandlungsposition“ der USA und kündigte ein „großartiges Abkommen“ an. Iranischen Staatsmedien zufolge war allerdings noch keine Delegation aus dem Iran auf dem Weg ins Verhandlungsland Pakistan.
Auch die Anreise der US-Delegation um Vizepräsident JD Vance verzögerte sich US-Medienberichten zufolge. Stattdessen befinde sich Vance noch in Washington, um an weiteren politischen Besprechungen im Weißen Haus teilzunehmen. Die Waffenruhe sollte iranischen und pakistanischen Angaben zufolge zunächst schon am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit enden – und damit früher als von Trump angegeben. Am späten Dienstagabend deutscher Zeit erklärte der US-Präsident jedoch, die Vereinbarung solle noch einmal verlängert werden. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen geeinten Vorschlag unterbreite, teilte Trump mit. Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe allerdings bestehen.
„Ich denke, sie haben keine Wahl. Wir sind in einer sehr, sehr starken Verhandlungsposition. Wir werden am Ende ein großartiges Abkommen erzielen“, sagte Trump dem Fernsehsender CNBC. Später forderte der Präsident die Führung in Teheran auf, acht mutmaßlich zum Tode verurteilte Frauen freizulassen. Ein solcher Schritt sei „ein sehr guter Start für die Verhandlungen!“, erklärte Trump in einem Kommentar zu einem Beitrag eines Aktivisten, den er teilte. Zudem warf er Teheran vor, wiederholt gegen die getroffene Vereinbarung verstoßen zu haben. Die Islamische Republik habe die Feuerpause „zahlreiche Male“ verletzt, erklärte er in einem separaten Beitrag.
Pakistan hat die beiden Kriegsparteien zu einer zweiten Runde von Gesprächen zur Beendigung des Kriegs nach Islamabad eingeladen. Tarar erklärte, der Iran habe auf die Einladung noch nicht offiziell reagiert. Eine Entscheidung Teherans darüber, bevor die Waffenruhe auslaufe, sei „entscheidend“, betonte er. „Weder eine Haupt- noch eine Nebendelegation“ seien bislang ins Verhandlungsland Pakistan aufgebrochen, berichtete indes das iranische Staatsfernsehen. Eine Teilnahme an den möglichen Verhandlungen hänge von der „Änderung des Verhaltens und der Position der Amerikaner“ ab, zitierte das Fernsehen nicht namentlich genannte iranische Vertreter.