Nächste Trump-Ministerin scheidet aus dem Amt

von Redaktion

Vorwürfe: Arbeitsressortchefin Lori Chavez-DeRemer gibt Rücktritt bekannt und wechselt in die Privatwirtschaft

13 Monate war Lori Chavez-DeRemer US-Arbeitsministerin. © Brandon/dpa

Washington – Zum dritten Mal binnen weniger Wochen scheidet eine US-Ministerin aus dem Kabinett von Präsident Donald Trump aus: Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer hat ihren Rücktritt bekanntgegeben. „Auch wenn meine Zeit im Dienst der Regierung zu Ende geht, bedeutet das nicht, dass ich aufhören werde, für amerikanische Arbeiterinnen und Arbeiter zu kämpfen“, erklärte sie am Montagabend. Sie fügte hinzu, sie werde zurück in die Privatwirtschaft wechseln.

Zuvor hatte der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, im Onlinedienst X die „phänomenale“ Arbeit der Ministerin gelobt. Chavez-DeRemers 13-monatige Amtszeit war allerdings von einer Reihe von Skandalen überschattet gewesen.

Zuletzt hatte Chavez-DeRemer sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt gesehen. Hintergrund sind Vorwürfe, sie selbst, ihre Mitarbeiter und Mitglieder ihrer Familie hätten routinemäßig persönliche Nachrichten und Bitten an junge Angestellte geschickt. Die „New York Times“ hatte berichtet, Chavez-DeRemer und ein ehemaliger stellvertretender Stabschef hätten Mitarbeiter in Textnachrichten aufgefordert, ihnen bei Dienstreisen des Ministeriums Wein zu bringen. Die Arbeitsministerin habe zudem einige junge Mitarbeiterinnen dazu aufgefordert, ihrem Ehemann und ihrem Vater „Aufmerksamkeit“ zu schenken. Zudem soll sie eine Affäre mit einem Untergebenen eingegangen sein, öffentliche Flugzeuge für private Reisen genutzt haben, und es seien Aufträge Freunden zugeschanzt worden.

Die Nachrichten wurden im Rahmen einer Untersuchung der Führung Chavez-DeRemers gesammelt. Diese war als Reaktion auf eine Beschwerde wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens eingeleitet worden. Angestellte beschrieben ihre Chefin als von der Arbeit abgekoppelt.

Die kommissarische Nachfolge für Chavez-DeRemer soll Cheung zufolge ihr bisheriger Stellvertreter Keith Sonderling antreten. Es war zunächst unklar, wen Trump als permanente Nachfolge im Sinn hat.

Anfang März hatte Trump bereits die umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem abberufen. Knapp einen Monat später musste die in die Kritik geratene Justizministerin Pam Bondi ihren Posten räumen.

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