„Segen gibt der Liebe Kraft“ ist der Titel einer Handreichung der Bischofskonferenz, in der die Segnung von Paaren, die nicht kirchlich heiraten dürfen, empfohlen wird. Das sind gleichgeschlechtliche Paare ebenso wie Menschen, die nach einer Scheidung ihre neue Partnerschaft unter den Segen Gottes stellen möchten. Sie alle sollen nicht außerhalb der katholischen Kirche stehen, sondern sich von Gott angenommen und von seinen irdischen Mitarbeitern begleitet fühlen dürfen.
Dass der Kardinal diese Handreichung nun allen Seelsorgenden ans Herz legt, ist ein wichtiges Zeichen. Reinhard Marx, der längst eine Queer-Pastoral in seiner Diözese etabliert hat und selber bei Gottesdiensten der Gemeinde dabei war, positioniert sich einmal mehr gegen die Abweisung von Paaren. Davon darf und wird er sich auch nicht durch den Protest traditionalistischer Gruppen abhalten lassen. Klar ist aber auch: Segnungen dieser Art sollen nicht mit einer sakramentalen Ehe verwechselt werden. Aber die Zeiten sind vorbei, dass man Menschen, die sich lieben und füreinander einstehen, vor der Kirchentüre stehen lässt.CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET