Berlin – In der AfD-Bundestagsfraktion rumort es. Der Fraktionsvorstand beschloss die Einleitung eines Ordnungsverfahrens gegen den sächsischen Abgeordneten und früheren außenpolitischen Sprecher der Fraktion, Matthias Moosdorf.
Hintergrund ist ein öffentlich gewordener Brief Moosdorfs an seine Fraktionskollegen, in dem er Fraktionsvize Markus Frohnmaier, den aktuellen außenpolitischen Sprecher und Vorsitzenden des Arbeitskreises Außenpolitik der Fraktion, hart angreift und indirekt dessen Ablösung fordert. „Herr Moosdorf hat Fraktionskollegen in aller Öffentlichkeit persönlich attackiert und wohl auch herabgewürdigt“, sagt Bernd Baumann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer.
In dem Schreiben, über das „The Pioneer“ zuerst berichtet hatte, hegt Moosdorf Zweifel an Frohnmaiers Kompetenzen und wirft ihm „späte und oft falsche Bewertungen, aber auch richtige Entgleisungen“ vor. Er geht unter anderem auf dessen Äußerung kurz nach Beginn des Iran-Krieges ein, wonach die Regierung von US-Präsident Donald Trump „mit chirurgischer Präzision und klarer Zielorientierung gehandelt“ habe.
Moosdorf verweist auf den Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit mindestens 168 getöteten Schülerinnen und wirft seinem Fraktionskollegen vor, eine derartige Wortwahl wirke zynisch und unangemessen und beschädige die außenpolitische Glaubwürdigkeit der Fraktion.