Das Oktoberfest ist kein Fall für die EU!

von Redaktion

Streit um Zeltvergabe

Mal angenommen, ein Dackel-Club veranstaltet ein Dackel-Rennen – und dann beschwert sich der Nachbar, dass sein Windhund nicht mitmachen darf. Der unbeteiligte Beobachter würde in so einem Fall sagen: Logisch, der Windhund muss draußen bleiben. Nichts gegen Windhunde, aber es ist halt eine Veranstaltung für Dackel.

Damit zum Oktoberfest in München. Das ist ja nicht bloß Andenken an eine königliche Hochzeit vor 200 Jahren, sondern vor allem auch das Fest des Münchner Biers, veranstaltet von der Stadt München, ausgerichtet von Wirten mit lokaler Verwurzelung. Nun steht aber das Zeltvergabe-System im Feuer, das genau diese münchnerische Ausrichtung garantiert. Die Regierung von Oberbayern soll prüfen, ob diese Praxis mit EU-Recht verträglich ist.

Juristen mögen in der verschachtelten Welt der Paragrafen vielleicht Ansätze in diese Richtung sehen, aber der Alltagsblick sieht vor allem: Die Wiesn ist DER Schlager dieser Stadt. Für sie sind München und Bayern weltberühmt, sie sorgt für Milliarden-Umsätze. Und das liegt daran, dass das Oktoberfest etwas Besonderes, etwas Eigenes ist. So falsch kann das bisherige Vergabe-System also nicht sein.

Man kann deshalb gern darüber diskutieren, ob die Giesinger-Brauerei eine Oktoberfest-Zulassung bekommen soll – schließlich braut sie Münchner Bier in München. Auf keinen Fall aber kann man darüber diskutieren, ob die Kern-Entscheidungen über das Oktoberfest zukünftig in Brüssel oder in Luxemburg fallen sollen. Ein Dackel ist ein Dackel – und die Wiesn ist ein Münchner Fest.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET

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