Berlin – Hochpolitische Woche für den neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz: Am Montag hatte Heiner Wilmer seinen Antrittsbesuch bei Bundespräsident Walter Steinmeier, tags darauf besuchte er Bundeskanzler Friedrich Merz. Die internationalen Konflikte und die Stabilität der Demokratie waren wichtige Schwerpunkte der Gespräche. Am Mittwochabend äußerte sich der 64-Jährigen dann auch außenpolitisch: Bei der Verabschiedung des Apostolischen Nuntius Nicolas Eterovic hat Wilmer den Papst mit deutlichen Worten gegen die Kritik von US-Präsident Donald Trump verteidigt.
„Papst Leo XIV. in diesen Tagen seiner Friedensmission von Algerien durch den afrikanischen Kontinent derart politisch von einer Seite belehren zu wollen, ist inakzeptabel“, sagte Wilmer in Berlin. „Es bleibt zu hoffen, dass die Weltgemeinschaft das diplomatische und pastorale Wirken des Heiligen Vaters weiter in der Weise anerkennt, wie es angemessen ist, und nicht wie es von partikularen Interessen großer Mächte in Misskredit gebracht wird.“
Am vorvergangenen Wochenende hatte Trump den Papst auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social unter anderem als eine „Katastrophe“ in der Außenpolitik bezeichnet, nachdem das Kirchenoberhaupt den Angriff der USA und Israels auf den Iran als „wahrlich inakzeptabel“ verurteilt hatte. In den darauffolgenden Tagen hatte Trump sein Papst-Bashing weiter fortgesetzt und wurde weltweit dafür kritisiert.
Wilmer, der am 21. Juni als Bischof von Münster eingeführt wird, hob in seiner Ansprache die Bedeutung der vatikanischen Diplomatie hervor. Sie sei eine Brücke zu Verständigung und Frieden. Er sei dankbar für die Friedensbemühungen des Papstes, „die wir auch durch andere Auffassungen aus Washington in keiner Weise gering schätzen“.CM/KNA