Das Signal kam aus Köln: Ab Juli wird von Touristen, die dort den Dom besichtigen, Eintritt verlangt. Das hat jetzt auch die evangelische Kirche in Nürnberg auf den Geschmack gebracht: Sie fordert von Nicht-Betern in der Sebalduskirche ab 17. Mai fünf Euro Eintrittsgebühr.
Der Unterhalt der altehrwürdigen Gebäude kostet viel Geld. Das ist unbestritten. Ebenso wie die Tatsache, dass besonders beliebte Gotteshäuser durch Besucherströme in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber Eintritt bezahlen? Um Himmels Willen! Die Kirchen in unseren Städten und Gemeinden sind nun mal keine Museen. Sie sind Orte des Gebets, des Vollzugs des Glaubenslebens. Hier versammeln sich die Gemeinden zum gemeinsamen Gottesdienst, Menschen finden einen Rückzugsort für eine kurze Besinnung. Kirchen sind natürlich auch historische Kunstwerke, in denen Architekten, Bildhauer und Maler in den vergangenen Jahrhunderten Höchstleistungen vollbracht habe. Zur höheren Ehre Gottes.
Eintrittsgeld zu erheben, auch wenn es Betern erlassen wird, degradiert ein Gotteshaus. Die evangelische und die katholische Kirche sollten andere Wege finden, um ihre kostbaren Kirchen trotz knapper werdender Kirchensteuereinnahmen zu erhalten. Und sich über Besucher freuen, die den Weg in eine Kirche finden. Hier ist eine Chance, mit Fernstehenden in Kontakt zu kommen. Aber nicht gegen Gebühr!CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET