Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (l.) © dpa
Islamabad – Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs treten auf der Stelle, auch die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hält nicht. Die Deutsche Marine bereitet sich dennoch auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor – nach einem Ende der Kampfhandlungen.
US-Präsident Donald Trump sagte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab – zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans.
Teheran hatte zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi war zwar am Freitag nach Pakistan gereist, nach eigener Darstellung aber nur, um pakistanische Vermittler zu treffen. Am Sonntag kam Araghtschi wieder für einen Kurzbesuch nach Islamabad, um erneut iranische Bedingungen für eine Beendigung des Krieges zu übermitteln, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Ob und wann es eine zweite Verhandlungsrunde geben wird, ist unklar. Ursprünglich war geplant gewesen, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reisen sollte.
Auch um die mit US-Vermittlung zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe steht es nicht gut. Die proiranische Hisbollah teilte mit, ihre Kämpfer hätten am Sonntag im Südlibanon israelische Soldaten angegriffen. Dabei habe es mehrere Tote gegeben. Nach israelischen Militärangaben wurden bei einem Angriff mit einer Drohne im Südlibanon ein israelischer Soldat getötet und sechs weitere verletzt.
Während Trump rhetorisch abrüstet, bündelt das US-Militär seine Kapazitäten in der Golfregion. Auch die Bundeswehr trifft Vorbereitungen für eine mögliche Beteiligung an einem Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte der „Rheinischen Post“: „Wir werden einen Minensucher ins Mittelmeer verlegen und ihm ein Führungs- und Versorgungsschiff zur Seite stellen.“ Das Minenjagdboot „Fulda“ soll zunächst Nato-Aufgaben übernehmen.AFP