GASTKOMMENTAR

Wo Bayern Spitzenreiter ist

von Redaktion

Ein Viertel der Dax-Unternehmen hat seinen Sitz in Bayern. Bayern gehört laut einer vbw-Studie zu den Top-10 der weltweit stärksten Industriestandorte. Magnet für IT-Konzerne: Microsoft, Intel, Google, Amazon, TikTok haben ihre Deutschlandzentrale in München. Und im Februar hat die in Bonn ansässige Telekom Deutschlands erste KI-Fabrik für die Industrie in Betrieb genommen – und zwar in Bayern! Wer von Innovation redet, muss Bildung und Wissenschaft fördern. Ein Drittel des bayerischen Haushalts geht in Schulen und Hochschulen. In Nordrhein-Westfalen wird der Anteil des Bildungs-Etats am Haushalt immer kleiner. Mit der Hightech-Agenda ist Bayern zum KI-Leuchtturm mit weltweiter Strahlkraft geworden. Die TU München ist bei internationalen Rankings regelmäßig die beste EU-Universität. Bayern ist Gründerland Nummer 1. Und die bayerischen Start-ups sind auch bei der Einwerbung von Risikokapital spitze.

Die Lebensqualität in Bayern zieht Menschen aus der ganzen Welt an. Wir sind weltweit bekannt für unsere Gastfreundschaft und die kulturelle Vielfalt. Mit den Olympischen Sommerspielen 1972 in München hat Bayern Deutschlands Bild in der Welt geprägt.

Längst decken wir mehr als die Hälfte des Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien. Wir gehen diesen Weg konsequent weiter und wollen besser werden. Bayern ist in Deutschland Spitzenreiter bei Photovoltaik mit 31 Gigawatt und Biomasse mit 1,9 Gigawatt. Auch beim Ausbau der Windenergie legen wir zu: 2,8 Gigawatt installierte Leistung, 774 neue Genehmigungsanträge, 171 Genehmigungen allein 2025. Man darf aber auch die Fakten nicht ignorieren: Bayern hat bei der Windkraft einen geografischen Standortnachteil. Windräder, die sich nicht drehen, weil der Wind fehlt, spielen den Windkraftgegnern in die Hände.

Wir sind aber nicht blauäugig: Sonne und Wind sind mit erheblichen Kosten zur Lastabwehr im Netz verbunden, was Strom teurer macht. Deshalb brauchen wir grundlastfähige Energie wie Wasserkraft. Bei der Wasserkraft, deren Förderung die grünen Ampel-Minister Robert Habeck und Steffi Lemke streichen wollten, ist Bayern führend in Deutschland. Die installierte Leistung ist in Bayern zehnmal höher als in NRW.

Wir stehen für eine technologieoffene Innovationspolitik. Wir fördern gleichermaßen Erneuerbare Energien und disruptive Technologien wie Kernfusion und kleinere, modulare Reaktoren und Mikro-Reaktoren. So machen wir Bayern fit für die Zukunft! Und um alle Energiereserven zu heben, müssen wir auch endlich ernsthaft und offen über Fracking reden.

Unser Haushalt kommt ohne Schulden aus. Das ist unser Versprechen für die Zukunft. Die Zinsen für die 15 Milliarden Euro, die NRW seit 2013 an Schulden gemacht hat und irgendwann zurückzahlen muss, investieren wir lieber sinnvoll. Während in NRW die durchschnittliche Investitionsquote in den vergangenen zwölf Jahren nur bei 10,1 Prozent lag, heben wir sie im aktuellen Doppelhaushalt auf 17 Prozent an. Bayern kann es nicht nur besser. Bayern macht es auch besser. Das einzige Kriterium, bei dem NRW zum – zugegebenermaßen fragwürdigen – Vorbild taugt, ist der Länderfinanzausgleich. Auch die bayerischen Bürgerinnen und Bürger würden sich freuen, wie in NRW jedes Jahr pro Kopf 56 Euro zu bekommen, statt 880 Euro bezahlen zu müssen.

Der Autor

Klaus Holetschek ist Chef der CSU-Fraktion im Landtag. Er antwortet hier auf den Gastbeitrag „Was Bayern von NRW lernen kann“ der Grünen-Politikerinnen Katharina Schulze und Mona Neubaur.

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