Berlin – Viele Buben schneiden in der Schule deutlich schlechter ab als Mädchen. Das zeigt der neue „Chancenmonitor“ des Ifo-Instituts. So besuchen im Durchschnitt 36,9 Prozent der Jungen ein Gymnasium, aber 43,5 Prozent der Mädchen. „Jungen haben also deutlich geringere Bildungschancen als Mädchen“, heißt es in der Studie. Dieser „Gender Gap“ verschärft die ohnehin massiven Unterschiede bei Bildungschancen in Deutschland.
Herkunft sei nach wie vor ein entscheidender Faktor, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. Der zweite Faktor aber sei das Geschlecht. „Wir haben seit Jahrzehnten zu Recht versucht, uns besonders anzustrengen, um die Bildungschancen für Mädchen zu verbessern, da ist einiges gelungen, wenn auch da noch Luft nach oben ist“, sagte Prien. „Aber die Jungs haben wir aus dem Blick verloren.“ Für sie müsse mehr getan werden.
Generell sind die Chancen ungleich verteilt: Kinder von Eltern mit hohem Bildungsabschluss sind der Studie zufolge deutlich im Vorteil.