Politiker plädieren für Heimatbesuche in Syrien

von Redaktion

Berlin – In der Debatte um den Umgang mit syrischen Flüchtlingen in Deutschland sprechen sich Politiker mehrerer Parteien dafür aus, befristete Heimatbesuche zu ermöglichen. Ziel solcher Reisen soll es sein, Betroffenen eine Einschätzung der Lage vor Ort zu erlauben und Perspektiven für eine mögliche Rückkehr auszuloten. „So können sich die Menschen vor Ort selbst ein Bild davon machen, ob sich für sie eine dauerhafte Rückkehrmöglichkeit eröffnet“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, der „FAZ“. „Das würde sicherlich auch bei allen Fragen rund um das Engagement der Menschen beim Wiederaufbau Syriens helfen.“

Auch Politiker von Grünen und Linken unterstützen entsprechende Vorschläge. „Die Bundesregierung sollte diese Reisen ermöglichen – unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltstitel – und gewährleisten, dass den Betroffenen daraus keine Nachteile entstehen“, sagte Filiz Polat (Grüne). Union und AfD sehen in Heimatbesuchen dagegen das völlig falsche Signal.

Derzeit riskieren Flüchtlinge grundsätzlich den Verlust ihres Schutzstatus, wenn sie in ihr Herkunftsland reisen. Nach Angaben des Bundesamts für Migration wurden 2025 insgesamt 2593 Widerrufsprüfverfahren aufgrund vorübergehender Syrienreisen eingeleitet.

Artikel 9 von 11