Kiew/Moskau – Die Ukraine hat in ihrer Serie von Gegenangriffen auf die russische Ölindustrie Anlagen in den Städten Perm und Orsk am Ural getroffen. Russische Stellen bestätigten die Angriffe, äußerten sich aber nicht zu Schäden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer neuen Stufe beim Einsatz von Langstreckenwaffen seiner Armee. „Es ist wichtig, dass jeder Schlag die Leistungsfähigkeit der russischen Rüstungsindustrie, Logistik und die Ölexporte verringert“, schrieb er in Sozialen Netzwerken. Es sei jedem klar, dass der Angreifer Russland seinen Krieg beenden müsse. „Es ist Zeit, zur Diplomatie überzugehen, und Moskau sollte dieses Signal hören.“
In Perm deuteten Videos aus der Region darauf hin, dass die Pumpstation einer wichtigen Ölpipeline getroffen wurde. Die Bilder zeigten über dem Brandherd eine dicke schwarze Rauchwolke. In Orsk ganz im Süden des Ural-Gebirges galt der Angriff höchstwahrscheinlich der dortigen Ölraffinerie. Beide Orte liegen zwischen 1.500 und 1.800 Kilometer von der Ukraine entfernt. Angespannt blieb die Lage in der Hafenstadt Tuapse am Schwarzen Meer, wo ukrainische Angriffe dreimal schwere Brände einer Raffinerie und des Ölverladeterminals ausgelöst hatten.
Kremlchef Wladimir Putin beklagte eine Häufung ukrainischer Angriffe gegen zivile Objekte in Russland, dementierte aber, dass es derzeit ernste Gefahren für die Bewohner gebe.