Bayern streckt sein Klimaneutralitätsziel von 2040 auf 2045. Wer darin den Weltuntergang sieht, soll‘s tun. Die reale Auswirkung auf den Klimaschutz ist minimal. Die Gründe sind glasklar: Der harte Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und dafür notwendigem Einschränken und Umsteuern der Wirtschaft muss neu ausbalanciert werden in einer Serie weltweiter Krisen; kein Ziel ist absolut. Das findet gerade in viel größerem Ausmaß weltweit statt, insbesondere in Europa, wo der „Green Deal“ gestutzt wird. Leider. Aber zu Recht.
Es ist schlüssig, dass die Staatsregierung jetzt ihre Ziele korrigiert, auch bei erwartbarem Protest von SPD, Grünen und wichtigen Verbänden. Politisch schwieriger: Die Klimaziel-Verschiebung reiht sich ein in viele Fälle, in denen die Regierung groß etwas ausrief, gerade vor Wahlen, und es hinterher klein einsammelte oder schrumpfte. Unvollständige Auflistung: Wohnungsbau-Ziel, Kinderstartgeld, Landespflegegeld, Zehn-Jahres-Amtszeitlimit. Zur Bilanz gehört, dass vieles gehalten wurde, etwa Megaprojekte wie die einzigartige Hightech-Agenda. Ohne den Makel, zu viel zu oft zu schnell versprochen zu haben, wäre diese Bilanz strahlender.