Bericht: Putin hat Angst vor einem Putsch

von Redaktion

Zunehmend vorsichtig: Kreml-Chef Putin. © Lovetsky/dpa

München – Der Kreml hat angeblich die Sicherheitsmaßnahmen für Russlands Präsidenten Wladimir Putin massiv verschärft. Wie der US-Sender CNN berichtet, wird vor allem Putins engeres Umfeld genauer in den Blick genommen. So seien Überwachungssysteme in den Privatwohnungen von Mitarbeitern installiert worden. Köche, Bodyguards, Fotografen dürften öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr nutzen. Für den engsten Zirkel seien Handys mit Internet tabu.

Der Sender bezieht sich dabei auf einen europäischen Geheimdienstbericht, der ihm und anderen Medien zugespielt wurde. Hintergrund für die verschärften Sicherheitsmaßnahmen ist demnach eine Reihe von Anschlägen auf russische Top-Militärs. Außerdem herrsche im Kreml zunehmend Angst vor einem Putsch.

Auch für Putin selbst sollen diverse Einschränkungen gelten. Er und seine Familie seien auf Geheiß des Sicherheitsapparats seit Längerem nicht mehr in ihren üblichen Residenzen im Raum Moskau und auf dem Sommeranwesen Waldai gewesen. Truppen- und Kasernenbesuche habe es seit Jahresbeginn kaum mehr gegeben. Stattdessen verbreite der Kreml vorab gemachte Putin-Bilder.

Der Kreml-Chef gilt seit Beginn des Krieges als extrem vorsichtig, verbringt angeblich ganze Wochen in stark gesicherten Bunkern. Die Erkenntnisse des Geheimdienstes werden nun in einer delikaten Phase öffentlich. Hohe Verluste auf dem Schlachtfeld, kaum Geländegewinne und wiederholte ukrainische Drohnenattacken im Inneren Russlands lassen die Kritik an Putins Kurs in der russischen Elite wachsen. Zugleich ist die US-Unterstützung für die Ukraine an einem Tiefpunkt. CNN selbst spekuliert, das Geheimdienst-Leak könnte auf die Destabilisierung des Kremls abzielen.

Folgt man dem Bericht, dann sorgt sich Putin besonders vor einem Coup der russischen Elite. Auch ein Name wird genannt: der von Ex-Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Er werde „mit der Putschgefahr in Verbindung gebracht, da er weiterhin erheblichen Einfluss im militärischen Oberkommando ausübt“, heißt es. Schoigu galt stets als Putin-treu. Das war aber auch bei Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin der Fall, der 2023 mit einem Aufstand gegen Putin scheiterte.

Aus Sorge vor ukrainischen Attacken hat der Kreml gerade erst angekündigt, die Parade zum Sieg über die Nazis am 9. Mai diesmal ohne schwere Waffen abhalten zu wollen.MMÄ

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