Marineschiffe durchfahren Meerenge

von Redaktion

Das Minenjagdboot „Fulda“ läuft vom Stützpunkt Kiel in Richtung Mittelmeer aus. © dpa

München – Zwei Handelsschiffe, die unter US-Flagge fahren, haben nach Angaben des US-Militärs die Straße von Hormus passiert. Sie setzten ihre Reise nun sicher fort, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Das US-Militär sprach von einem „ersten Schritt“ im Rahmen der von Donald Trump angekündigten neuen US-Initiative „Projekt Freiheit“.

Insgesamt war die Nachrichtenlage gestern unübersichtlich: Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete über Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff, was jedoch vom US-Militär umgehend dementiert wurde. „Es wurde kein US-Marineschiff getroffen“, erklärte Centcom. Die iranischen Revolutionsgarden dementierten wiederum die US-Meldung, dass Handelsschiffe die Meerenge passiert hätten. „Keine Handelsschiffe oder Öltanker haben in den vergangenen Stunden die Straße von Hormus passiert“, erklärten sie.

Die für den weltweiten Handel mit Rohöl und Flüssiggas immens wichtige Straße von Hormus wird seit Beginn des Iran-Kriegs von den iranischen Streitkräften weitgehend gesperrt. Derzeit gilt in dem Ende Februar durch US-israelische Luftangriffe auf den Iran begonnenen Krieg eine Waffenruhe – die durch den sich wieder verschärfenden Konflikt um die Straße von Hormus bedroht ist. Laut US-Finanzminister Scott Bessent dient der Einsatz maßgeblich dem Ziel, angesichts steigender Ölpreise die weltweite Ölknappheit zu lindern. Für Verbraucher sei „Hilfe auf dem Weg.

Bei den deutschen Reedern sind bisher aber keine konkreten Informationen über eine Evakuierung angekommen. „Wir kennen diese Ankündigung bisher nur aus den Nachrichten“, sagte Martin Kröger, Chef des Verbands Deutscher Reeder (VDR), unserer Zeitung. Auch die Frage, ob die Amerikaner auch deutschen Schiffen helfen werden, kann Kröger nicht beantworten. „Davon gehe ich jedoch fest aus“, sagte er.

Laut VDR sitzen rund 2000 Schiffe mit etwa 20.000 Seefahrern im Persischen Golf fest. Knapp 50 davon mit etwa 1000 Seefahrern an Bord seien deutsche Handelsschiffe. Damit die Handelsschiffe die Meerenge im Konvoi verlassen können, müssten laut Kröger zwei Voraussetzungen erfüllt sein. „Wir brauchen erstens eine Sicherheitsgarantie der beteiligten Parteien, dass Handelsschiffe nicht beschossen werden, wenn sie durch die Straße fahren“, so der Chef des Reeder-Verbandes. Außerdem sei der Seeweg möglicherweise vermint. Deshalb sei zweitens zu klären, ob Minen den Seeweg versperren, diese müssten dann gegebenenfalls aufgespürt und geräumt werden. „Erst dann können die Handelsschiffe die Straße von Hormus passieren.“

Der Iran schießt derweil wieder auf die Vereinigten Arabischen Emirate. In einem Industriegebiet der Hafenstadt Fudschaira sei ein Großbrand ausgebrochen. Außerdem fing das Militär drei Raketen aus dem Iran ab. Eine weitere Rakete sei im Meer niedergegangen, hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. Auch der Oman meldete einen Angriff auf ein Wohngebäude. Mehrere Ausländer seien verletzt worden.MM/HÖSS

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