Angriffe kurz vor der Waffenruhe

von Redaktion

Ukraine attackiert russische Ziele 1000 Kilometer von der Front

Ein russischer Angriff auf die Stadt Poltawa. © dpa

Moskau/Kiew – Vor einer von Moskau und Kiew mit unterschiedlichem Beginn angekündigten Waffenruhe gehen die Attacken im Ukraine-Krieg weiter. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau diesbezüglich Zynismus vor. Es sei absolut zynisch, um eine Waffenruhe für Propagandafeierlichkeiten zu bitten, und in den Tagen davor solche Drohnen- und Raketenangriffe zu verüben. Russland könne jederzeit den Beschuss stoppen, das würde den Krieg beenden.

Auslöser der Kritik Selenskyjs waren schwere russische Angriffe auf die ukrainische Region Poltawa. Vier Menschen wurden Gouverneur Witali Djakiwnytsch zufolge bei einem Angriff im Umland der Großstadt Poltawa in der Zentralukraine getötet. Verletzt wurden weitere 37 Personen. In der Großstadt Saporischschja wurden mindestens zwölf Menschen getötet. Bilder zeigten schwere Schäden an Gebäuden und Rauchwolken. Parallel dazu wurden in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk mindestens neun Menschen durch drei russische Bomben getötet.

Vor Beginn der Waffenruhe griff auch Kiew noch einmal verstärkt das russische Hinterland an. In der russischen Großstadt Tscheboksary an der Wolga wurden regionalen Behörden zufolge drei Menschen bei ukrainischen Drohnenangriffen verletzt. In Kiew bestätigte Selenskyj später den Einsatz von Marschflugkörpern des Typs Flamingo. Es seien „unter anderem Objekte des militärisch-industriellen Komplexes in Tscheboksary“ beschossen worden. Tscheboksary liegt etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen.

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