Merz muss die Bundeswehr neu ordnen

von Redaktion

Trumps Truppenabzug

Der geplante US-Truppenabzug aus Bayern schmerzt. Wirtschaftlich, weil es um 5000 Soldaten und tausende Jobs in der strukturschwächeren Oberpfalz geht. Und aus Sicht der transatlantischen Partnerschaft, weil da gelebtes Miteinander, also praktizierte Völkerverständigung jenseits des vielleicht temporären Polit-Wahnsinns, in Trümmer gehauen wird. Merz‘ planlose Kommunikation ist dafür nicht alleinverantwortlich, mag den Abzug allerdings beschleunigt haben. Umso wichtiger ist, dass seine Bundesregierung mit diesem düsteren Szenario fortan klüger als bisher umgeht.

Bayern erlebt zwei gegenläufige Trends. Die US-Stationierung schrumpft. Der Bundeswehr-Platzbedarf steigt. Im Herbst 2025 stoppte das Verteidigungsministerium die zivile Umwandlung von 41 Militär-Arealen. Im Ballungsraum München traf das vor allem die Fliegerhorste Fürstenfeldbruck und Erding. Die Planung komplett neuer Stadtviertel ist gestoppt. Auch das schmerzte.

Die USA ziehen (zum Glück) nicht ganz aus Ostbayern ab. Die Bundeswehr kann nicht komplett einspringen und die Flächen nachnutzen. Aber die Präsenz in der Region um Grafenwöhr, wo ja auch Deutschland Millionen in den Ausbau investiert, kann weiter steigen – das wäre militärisch und strukturpolitisch sinnvoll. Das Verteidigungsministerium sollte das deutsche Gesamtkonzept für die Standorte zügig wieder aufschnüren.CHRISTIAN.DEUTSCHLAENDER@OVB.NET

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