Bekommen wir für weniger Geld bessere Politiker? Sicher nicht. In der Summe ist es schon in Ordnung, dass politisch Verantwortliche in unserem Land gut bezahlt sind, denn Verantwortung, Druck, Arbeitszeit und die enge öffentliche Überwachung sind enorm. Und selbst da kann jeder Dax-Vorstand aus der zweiten Reihe nur mitleidig prusten, welches Gehalt ein Ministerpräsident bekommt.
Trotzdem wäre es klug, diesmal im Bundestag außer Plan eine Nullrunde einzulegen. Erstens verdienen Abgeordnete im Vergleich mit der Exekutive tatsächlich sehr gut. Zweitens geht es um große Symbolik in Zeiten, in denen die Bürger stark belastet werden. 500 Euro Diätenerhöhung machen den Staat nicht arm und den Abgeordneten nicht sehr reich, aber bieten unnötig viel Zorn-Potenzial in aufgeregten Monaten. Jeder der anstehenden Reform-Einschnitte bei Gesundheit, Pflege, Rente wird einfacher, wenn die Politik belegen kann: Schaut, wir sparen auch bei uns. Zumal der Abbau von Polit-Posten und Ministerialstellen bisher ein überwiegend leeres Versprechen blieb. Die Koalition, eh nicht von Erfolg verwöhnt, würde sich mit einer Nullrunde viel Ärger ersparen.