Der Kampf der Commerzbank um ihre Eigenständigkeit kostet tausende Arbeitsplätze. Dadurch versucht die Bank, ihre Gewinne zu steigern und für den Kapitalmarkt sowie die eigenen Aktionäre attraktiver zu werden. So bitter der Abbau ist – käme die italienische Unicredit mit ihrem feindlichen Übernahmeversuch bei der Commerzbank durch, wäre ein weit größerer Kahlschlag zu befürchten.
Denn an positiven Visionen hat es Unicredit-Chef Andrea Orcel bisher fehlen lassen. Dass durch ein Zusammengehen eine europäische Großbank entstehen würde, die den großen US-Konkurrenten Paroli bieten könnte, steht jedenfalls nicht zu erwarten.
Was man bisher aus Mailand hört, sind eher Pläne, die Commerzbank zusammenzustutzen – und zwar ausgerechnet in ihrem Kerngeschäft, der Begleitung des deutschen Mittelstandes bei Auslandsexpansionen. Schon beim einstigen Dax-Konzern HypoVereinsbank hatte sich die Unicredit nach der Übernahme nicht zimperlich gezeigt.
Für die Commerzbank gibt es noch Hoffnung. Als giftige Pille für die Mailänder könnten sich steigende Kosten durch den steigenden Aktienkurs der deutschen Bank erweisen. Zudem hält der Bund nach wie vor einen Anteil, mit dem er zumindest verhindern kann, dass Unicredit die Commerzbank von der Börse nimmt. Auch dass Orcel sein Übernahmeobjekt öffentlich schlechtredet, dürfte eher nicht für Rückenwind für das Projekt sorgen.CORINNA.MAIER@OVB.NET