Moskau – Nach einem europäischen Gipfeltreffen in Armenien Anfang vergangener Woche hat Russlands Präsident Wladimir Putin sich zu einem möglichen EU-Beitritt der seit Langem mit Russland verbündeten Ex-Sowjetrepublik geäußert. „Es wäre völlig logisch, ein Referendum abzuhalten und die armenischen Bürger zu fragen, wie ihre Entscheidung ausfallen würde“, sagte Putin am Samstag auf Nachfrage. „Auf dieser Grundlage würden wir dann auch unsere eigene Entscheidung treffen.“
Der Kremlchef sprach von der Möglichkeit einer „sanften, zivilisierten und für beide Seiten vorteilhaften Trennung“. Er zog allerdings auch Parallelen zur Ukraine, in der Russland Krieg führt: „Wir alle sehen gerade alles, was sich in Richtung Ukraine abspielt“, sagte Putin. „Aber wie hat das alles angefangen? Mit dem Versuch der Ukraine, der EU beizutreten.“
Eriwan hatte 2024 seine Mitgliedschaft im von Russland geführten Militärbündnis OVKS gekündigt, nachdem Moskau Armenien in seinem Konflikt mit Aserbaidschan nicht verteidigt hatte. Armenien bekundete zudem Interesse an einem EU-Beitritt, was den Kreml spürbar verärgerte.
Am Montag hatte Armenien dutzende Staats- und Regierungschefs anlässlich des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft empfangen, darunter auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. In Moskau kam das nicht gut an.