Schopper wird Bauministerin in Stuttgart

von Redaktion

Fliegender Wechsel: Schopper bleibt Ministerin. © dpa

Stuttgart – Auch Cem Özdemir will auf die bayerische Grüne nicht verzichten. Theresa Schopper, unter Winfried Kretschmann bislang Kultusministerin in Baden-Württemberg, bleibt unter dem designierten Ministerpräsidenten im Kabinett – sie wechselt bloß das Ressort. Künftig ist die 65-Jährige aus dem Allgäu Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen und folgt damit auf Nicole Razavi (CDU), die Verkehrsministerin wird.

Schopper geriet 2025 als Kultusministerin in die Kritik, weil über 20 Jahre lang rund 1500 Lehrerstellen versehentlich unbesetzt blieben. Grund dafür war ein Datenübertragungsfehler, der 2005 entstand. Als Wohnungsbauministerin gilt es für Schopper nun, Wohnungsnot und hohe Mieten zu bewältigen – die stellen längst nicht mehr nur in den Großstädten des Landes ein Problem dar.

In den Sondierungsverhandlungen hatte sich die Regierungskoalition aus CDU und Grünen darauf geeinigt, dass in der neuen Legislaturperiode das Kultusministerium an die CDU geht. Schoppers Nachfolger als Kultusminister wird der Konstanzer Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (CDU), einer der sechs Stellvertreter von Parteichef Friedrich Merz.

Für Schopper, die ihre politische Laufbahn einst bei den bayerischen Grünen startete, ist der Ministeriumswechsel ein weiterer Schritt in ihrer Polit-Karriere – die erst in Baden-Württemberg richtig Fahrt aufnahm. So war Schopper die erste Stadtvorsitzende der Münchner Grünen und von 2003 bis 2013 Landesvorsitzende der bayerischen Grünen. Aber Karriere jenseits der Opposition machte sie im Freistaat nie. Nachdem sie bei den Wahlen 2013 sogar den erneuten Einzug in den Landtag verpasst hatte, wechselte sie 2014 ins Staatsministerium nach Baden-Württemberg: erst als Staatssekretärin von Winfried Kretschmann, dann als Staatsministerin. „Ich will dahin, wo die grüne Musik spielt“, sagte sie damals. „Zehn Jahre Opposition in Bayern sind genug. Ich wollte endlich dort arbeiten, wo entschieden und gestaltet wird.“ 2021 wurde Schopper im Kabinett Kretschmann zur Kultusministerin ernannt. Der Umstieg von der Opposition zur Regierung klappte.

Als eine Bayerin, die im Südwesten Karriere macht, ist Schopper nicht allein. Auch Sozialminister Manfred Lucha, der aus Garching an der Alz kommt und einen kernigen Dialekt mit nach Stuttgart brachte, war acht Jahre Teil der lebenden Süd-Achse. Das gilt auch für den von Özdemir wieder berufenen Finanzminister Danyal Bayaz, der eine Familie in München hat. Bayaz ist hier mit der Grünen-Fraktionschefin im Landtag, Katharina Schulze, verheiratet. Für die Grünen bietet Baden-Württemberg wohl die besten Karrierechancen – es ist das erste und seither auch einzige Land mit einem Ministerpräsidenten ihrer Partei.IULIA MOACA

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