Katholikentag ist eine Zeitansage

von Redaktion

Kirche und Gesellschaft

Am Mittwochabend startet in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag. Katholische Gesellschaftsanalyse in Bayern – wobei die große Zeit der Kirchentreffen wohl vorbei zu sein scheint. 2012 in Mannheim kamen noch 80.000 Menschen, inzwischen sind es alle zwei Jahre jeweils rund 30.000 Menschen, die zusammen beten und singen, miteinander streiten und ringen um theologische, gesellschaftliche und politische Fragen.

Auch wenn die Zahl der Katholiken in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren deutlich zurückgegangen ist – die katholische Kirche ist hier nach wie vor ein wichtiger Gesprächspartner. Führende Politiker aus der Bundesregierung und aus der Opposition zeigen, dass ihnen der Austausch und das Miteinander auf Basis der christlichen Werte wichtig sind. Und die Veranstalter senden ein deutliches Signal: AfD-Politiker mit ihren demokratiefeindlichen Positionen sind auf den Veranstaltungen nicht erwünscht.

Umgekehrt können von den Katholikentagen ebenso wie von den evangelischen Kirchentagen wichtige Denkanstöße in die Gesellschaft hinein gesendet werden. „Hab Mut, steh auf“ lautet das Motto von Würzburg. Also: Nicht einknicken vor Despoten und Schreihälsen, standhaft für die eigenen Überzeugungen eintreten und in Solidarität gemeinsam für die Bedürftigen eintreten. Das sind doch Selbstverständlichkeiten, könnte man meinen. Aber heutzutage sind selbst solche Gewissheiten nicht mehr automatisch Konsens. Die fünf katholischen Festtage über den Feiertag Christi Himmelfahrt hinweg sind also eine politische und religiöse Zeitansage für weit mehr als die 30.000 Teilnehmer.CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET

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