Sachsen-Anhalt: Innenministerium reizt Maaßen

von Redaktion

München – Der frühere Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat sich für den Fall einer Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt als Innenminister ins Gespräch gebracht. „Wenn es dem Land hilft, würde ich das machen“, sagte er der „Zeit“. Mit Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der AfD, habe er bereits „das eine oder andere Mal“ gesprochen.

Aus der Partei gab es keine offizielle Stellungnahme. Mehrere einflussreiche Vertreter der Landespartei bestätigten jedoch, dass es sich um mehr als nur ein Gerücht handelt. Einen Politiker zitiert das Blatt mit den Worten: „Hans-Georg Maaßen ist ein Name, der im Gespräch ist, ja.“

Maaßen, der nach seiner Absetzung als Verfassungsschutz-Chef 2018 stark nach rechts driftete, war 2024 aus der CDU ausgetreten und hatte sich erfolglos in der Partei Werteunion engagiert. In Sachsen-Anhalt hofft er nun offenbar auf mehr: „Wenn die AfD nicht liefert, ist das auch ein Schaden für die Bundespartei.“ Siegmund sei ein guter Wahlkämpfer, aber nicht zwangsläufig ein guter Regierender. „Deshalb braucht er gute Leute um sich herum.“

In einer aktuellen Umfrage liegt die AfD bei 41 Prozent. Alle anderen Parteien, die am 6. September Chancen auf den Einzug in den Landtag haben, kommen gemeinsam auf 45.

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