KOMMENTAR

Zeit für mehr Unabhängigkeit

von Redaktion

Herstellung von Medikamenten

Die EU hat immer dann ihre stärksten Momente, wenn sie für die Menschen in ihren Mitgliedsländern den Alltag erleichtert und verbessert. Vom grenzenlosen Reisen im Schengen-Raum über das Handy-Roaming bis zu den einheitlichen Handy-Ladegeräten. Jetzt will Brüssel die Herstellung von Arzneimitteln in Europa stärken, um Engpässe bei Medikamenten zu vermeiden. Es ist höchste Zeit!

Schon während der Pandemie hatte sich gezeigt, dass die Abhängigkeit vom Ausland (Masken!) zum einen die Versorgungssicherheit gefährdet und im Zweifel auch teuer kommt. Später folgten neuerliche Engpässe. Damit soll bald Schluss sein. Künftig wird es leichter, die Produktion wichtiger Medikamente mit öffentlichen Geldern zu fördern. So wird man auch unabhängiger von einzelnen Herstellern und fördert Innovation in Europa.

Viel zu sehr hängt die Arzneimittelversorgung bislang von Asien ab – besonders bei Generika, die rund 80 Prozent der verordneten Arzneimittel ausmachen. Das kann logistisch zum Problem werden, wie die aktuellen Nöte bei Lieferketten (Straße von Hormus) zeigen. Aber auch politisch, schließlich ist China keineswegs ein zuverlässiger Partner, wie sich schon bei der Frage Seltener Erden zeigte. Europa sollte seine wirtschaftliche Kraft dazu nutzen, in zentralen Fragen unabhängiger zu sein. Auch, aber keineswegs nur bei Medikamenten.

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