Katholikentag: Steinmeier bittet um Zuversicht

von Redaktion

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender besuchen den Katholikentag. © Peter/epd

Würzburg – Mit eindringlichen Appellen zu mehr Zuversicht, demokratischem Engagement und gesellschaftlichem Zusammenhalt ist am Mittwochabend in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag eröffnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, warnten dabei vor Resignation, Hass und einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft.

„Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden“, sagte Steinmeier vor rund 9000 Besuchern, die auf dem Residenzplatz dem Regen trotzten: „Viele haben das Gefühl, es ginge nichts mehr, die Zukunft könne notwendigerweise nur düster sein.“ Doch gerade Christen müssten gegen Hoffnungslosigkeit aufstehen: „Eine Welt ohne Hoffnung und ohne Zuversicht, das ist nicht unsere Welt.“ Der evangelische Bundespräsident warb erneut für ein engeres Miteinander der Konfessionen. Katholiken- und Kirchentage seien inzwischen immer auch Orte gelebter Ökumene. „Wenn ich mir bei meiner letzten Rede auf dem Katholikentag als Bundespräsident etwas wünschen dürfte, dann bitte das: Mehr Ökumene wagen!“, so Steinmeier.

Stetter-Karp erklärte, Krieg, Armut und Ungerechtigkeit prägten viele Regionen der Welt; zugleich nähmen auch in Deutschland Hass, Lügen und gesellschaftliche Spaltung zu. Dem setze der Katholikentag das Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ entgegen. Es solle die Menschen ermutigen, aktivieren und verändern.

Der Deutsche Katholikentag ist das größte Treffen katholischer Laien in Deutschland und findet alle zwei Jahre in wechselnden Städten statt. In Würzburg werden bis Sonntag neben rund 30.000 Dauerteilnehmern noch einmal etwa gleich viele Tagesgäste erwartet. Es gibt rund 900 Veranstaltungen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht Religion und Kirche als wichtige Bollwerke gegen antidemokratische Kräfte und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er selbst wolle nicht in einem Land ohne Glauben leben, sagte er zum Auftakt des Katholikentags. Ein solches Land wäre anfälliger für Verrohung und politische Extreme. „Ohne Glauben wäre für mich das Leben auch einsamer und ich würde mich schwächer und alleine fühlen“, sagte er. Er sei daher auch gegen eine Abschaffung christlicher Feiertage und für die Finanzierung christlicher Kindergärten und Schulen durch den Staat. Eine wichtige Stimme hätten die Kirchen auch beim Schutz des Lebens vom Anfang bis zum Ende. Die Gesellschaft dürfe nie mehr dahinkommen, zwischen lebenswerterem und weniger lebenswertem Leben zu unterscheiden.KNA

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