Ewiges Herumdoktern ist nicht die Lösung

von Redaktion

Streit um die Gesundheitsreform

Fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften über das angeschlagene Gesundheitssystem. Die neueste: Die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung ist laut einer DAK-Umfrage auf einem Tief wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dahinter steckt ein klarer Arbeitsauftrag an die schwarz-rote Regierung, die Gesundheitsministerin und alle Lobbygruppen, die Gesundheitsreform zügig anzupacken.

Ein Grund für die hohe Unzufriedenheit bei den Patienten ist die lange Wartezeit für Termine – der einst mit einer Sondervergütung für Ärzte der Kampf angesagt werden sollte. Stattdessen gab‘s eine Rüge vom Bundesrechnungshof, der der zusätzlichen Honorierung keinen Nutzen, aber hohe Ausgaben attestierte.

Schon klar, dass sich die Ärzte beim Ärztetag nicht glücklich über den auch bei ihnen angesetzten Rotstift zeigten und Nina Warken längst nicht mehr so warm empfingen wie noch vor einem Jahr. Aber wie es bei der Reform nun mal so ist: Jede Ausgabe – egal ob für Patienten oder Mediziner – muss künftig mit ihrem messbaren Nutzen begründet werden.

Dass der Ärztepräsident fordert, die Umsetzung der Gesundheitsreform zu pausieren, ist aber das komplett falsche Signal. Sie auf die lange Bank zu schieben, würde nur für mehr Frust und Politikverdrossenheit bei den Bürgern sorgen. Außerdem wird das Ergebnis nicht unbedingt besser – das hat schon die Einführung der digitalen Patientenakte gezeigt. An ihr wurde 20 Jahre (!) bis zu ihrer Einführung herumgedoktert. Der Nutzen: überschaubar.

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