Kiew – Kiew hat am Freitag mit einem Trauertag der Opfer des schweren russischen Angriffs vom Vortag mit 24 Toten gedacht. Die Flaggen wehten „zum Gedenken an die Opfer des massivsten Angriffs des Feindes“ auf die ukrainische Hauptstadt auf Halbmast, Unterhaltungsveranstaltungen seien verboten, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes suchten Einsatzkräfte nach Verschütteten.
Unter den Toten sind offenbar drei Kinder. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge hatte Moskau 675 Angriffsdrohnen gestartet und 56 Raketen abgefeuert. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, bei dem Angriff sei ein mehrstöckiges Wohngebäude „dem Erdboden gleichgemacht worden“. Die Attacken hatten sich nicht auf Kiew beschränkt. Laut Selenskyj wurden auch Cherson und Saporischschja im Süden angegriffen sowie Charkiw im Osten.
„Das sind ganz sicher nicht die Handlungen derjenigen, die glauben, der Krieg gehe zu Ende“, erklärte Selenskyj; eine Anspielung auf Kreml-Chef Wladimir Putin, der vor wenigen Tagen gesagt hatte, der Krieg neige sich „dem Ende“ zu. Es sei nun wichtig, dass die westlichen Verbündeten der Ukraine zu diesem Angriff „nicht schweigen“, forderte Selenskyj. „Es muss eine Antwort auf all diese Attacken geben.“
„Moskau setzt auf Eskalation statt Verhandlung“, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Kiew und seine Partner stünden „bereit für Verhandlungen über einen gerechten Frieden. Russland aber führt weiter Krieg“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Moskau demonstriere mit der Bombardierung von Zivilisten seine Schwäche.