Dass die Stadt München sparen muss: bekannt. Dass das allen Bürgern (mehr oder weniger) wehtun wird: klar. Und: Beides haben die Politiker auch vorab im Wahlkampf angekündigt. Jetzt, wo die ersten Spar-Ideen der Koalition um Dominik Krause (Grüne) bekannt werden, stellt sich allerdings die Frage, wen dieses „mehr“ und „weniger“ betrifft. Denn klar ist jetzt: Die Münchner Kita-Gebühren werden steigen.
Dass der erste konkret geplante Sparpunkt Familien trifft: Das ist kein gutes Zeichen. Seit Jahren reden wir darüber, dass die Gesellschaft immer älter wird, dass zu wenige Kinder zur Welt kommen. Wenn jetzt die Kinderbetreuung teurer wird (während die Bundesregierung gleichzeitig Kürzungen beim Elterngeld plant): Das macht jungen Leuten nicht gerade Mut für die Familienplanung.
Zur Wahrheit gehört: Auch für jeden anderen theoretisch denkbaren Sparansatz wäre ähnliche Kritik anzumerken – von Senioren-Einrichtungen bis zur Kultur. Ob die Koalition fair und maßvoll handelt, wird man erst einschätzen können, wenn der volle Sparplan vorliegt. Denn klar ist auch: Die Kita ist erst der Anfang.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET