Berlin – Kaum eine Woche vergeht ohne Aufreger in der schwarz-roten Koalition. Der neueste kommt von Arbeitsministerin und SPD-Co-Chefin Bärbel Bas, die schon zuletzt („gibt keine Einwanderung in Sozialsysteme“) für heftigen Widerspruch – auch aus den Reihen des Koalitionspartners – gesorgt hat.
Auf dem „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“ sprach Bas nun zunächst über die Bedeutung eingewanderter Fachkräfte, um dann zu betonen, dass Migration auch als Bereicherung für die Vielfalt in der Gesellschaft anzusehen sei. Dann fiel der umstrittene Satz: „Und wir wollen Farbe bekennen, und wehren uns auch gegen dieses sogenannte Einheitsgrau, oder ich will sogar Braun nennen – auch wenn manche sich danach sehnen.“ Einheitsbraun? Soll das eine Analogie zum Nationalsozialismus sein?
Protest kommt aus Bayern. „Wenn sich die Union über die Aussage von Bärbel Bas zum ‚Einheitsgrau/Einheitsbraun‘ der deutschen Bevölkerung genauso aufregen würde, wie sich die SPD über die ‚Stadtbild‘-Aussage von Merz aufgeregt hat, wäre schon viel gewonnen“, schimpft Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger.
Bas’ Aussagen stimmten ihn „nachdenklich“, sagt CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek unserer Zeitung. „In einer Zeit, in der unser Land vor einschneidenden Reformen steht – bei der Rente, im Gesundheitswesen und auf dem Arbeitsmarkt – brauchen wir eine Regierung, die Brücken baut und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Vordergrund stellt.“ Und nicht „eine Sprache, die polarisiert und Gräben vertieft, anstatt Menschen miteinander zu verbinden“, so Holetschek.HOR