Pflege: Kassen warnen vor Milliardendefizit

von Redaktion

Berlin – Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) warnen vor einem Milliardendefizit in der Pflege. Dem GKV-Spitzenverband zufolge ergibt sich allein in diesem Jahr einschließlich der Schulden gegenüber dem Bund ein Defizit in Höhe von 4,2 Milliarden Euro. Demnach erwartet der Spitzenverband in diesem Jahr ein Minus von einer Milliarde Euro, das Darlehen des Bundes hat eine Höhe von 3,2 Milliarden Euro.

„Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen“, sagte GKV-Chef Oliver Blatt dem „Spiegel“. Die Einnahmen in der Pflegeversicherung steigen den Angaben des GKV-Spitzenverbands zufolge in diesem Jahr um insgesamt 7,7 Prozent, die Ausgaben allerdings um 9,1 Prozent. „Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump“, sagte Blatt dem „Spiegel“. „Die Politik muss jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar.“

Der GKV-Chef forderte, dass der Bund seine ausstehenden Gelder aus der Corona-Pandemie an die Pflegeversicherung zurückzahlt. Das wären 5,2 Milliarden Euro, mit denen die Pflege kurzfristig stabilisiert werden könne, sagte er. Außerdem solle der Bund die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige und die Länder die Investitionskosten in den Pflegeheimen übernehmen. Das würde die Eigenanteile in den Heimen senken.

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