Moskau – Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, hat den Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen die Ukraine angedroht im Fall von Angriffen gegen russische Zivilisten. „Das alles kann dazu führen, dass wir die Waffe einsetzen, die von niemandem mehr eine Spur übrig lässt“, erklärte er. Auslöser ist ein Drohnenangriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im russisch besetzten Gebiet Luhansk. Dabei kamen vergangene Woche angeblich 21 Menschen ums Leben. Der Generalstab in Kiew teilte mit, der Angriff habe einer russischen Drohneneinheit gegolten.
Kreml-Chef Wladimir Putin hatte nach der Attacke Vergeltung angeordnet. Am Sonntag folgten schwere Angriffe, besonders auf Kiew, unter anderem mit der neuen Mittelstreckenrakete des Typs Oreschnik. Das russische Außenministerium drohte mit weiteren Attacken und rief ausländische Staatsbürger und Diplomaten dazu auf, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einer „inakzeptablen Eskalation“. Man werde Kiew nicht verlassen. Brüssel bestellte den ranghöchsten russischen Vertreter ein.
Auch das Außenministerium in Berlin lud den russischen Botschafter vor. Die aktuelle Drohung zeige, dass Putin weiter auf Eskalation setze, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Der Versuch, die Ukraine und ihre Unterstützer zu spalten, werde keinen Erfolg haben.