KOMMENTARE

Eine moralische Bankrotterklärung

von Redaktion

Daniela Klette vor Gericht

Mit dem Urteil von 13 Jahren Haft für Daniela Klette geht ein denkwürdiger Prozess zu Ende. Für ihn wurde im kleinen Verden-Eitze eigens eine ehemalige Reithalle zum Gerichtssaal umgebaut und für 3,6 Millionen Euro angemietet, mit Sicherheitseinrichtungen und Platz für hunderte Zuhörer – eben wie bei einem Terroristenprozess.

Dass die Verteidigung befand, die Umstände des Verfahrens vor dem Landgericht hätten „mit einem normalen Raubverfahren nichts zu tun“, mag zutreffen. Doch sie und ihre Mandantin taten alles dafür, aus dem Prozess einen politischen zu machen. Am Ende brachte die 67-Jährige in ihrem eigenen Plädoyer, das von Unterstützern beklatscht wurde, nichts zu ihrer Verteidigung vor. Stattdessen kritisierte sie den Kapitalismus als Grund für das Übel dieser Welt.

Vielleicht ist es aber ein Übel dieser Welt, andere Menschen zu überfallen und mit dem Tod zu bedrohen. Klette rechtfertigte Raubtaten als Notwendigkeit, ein Leben im Untergrund zu finanzieren – eine moralische Bankrotterklärung. Doch wie viel Empathie kann man von einem Menschen erwarten, der Kriegswaffen in seiner Wohnung aufbewahrt?

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