Ein Signal gegen Judenhass

von Redaktion

Yad Vashem in München

Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem will in München ein Zentrum für Holocaust-Bildung einrichten. Der Standort in einem Stadtviertel, in dem in der Nazizeit wichtige Einrichtungen des NS-Machtapparates angesiedelt waren, könnte besser nicht sein. Doch ist das Zentrum keine Münchner Angelegenheit, sondern hat nationale Bedeutung. Dem schwindenden Wissen über den Holocaust entgegenzuwirken, ist eine deutschlandweite Aufgabe. Moralische Empörung allein reicht nicht.

Zugleich sendet das Zentrum ein Signal an die Universitäten, wo stellenweise unter dem Deckmantel der Palästina-Solidarität Judenfeindschaft grassiert. Bei manchen Akademikern und Studenten geraten da die Koordinatensysteme durcheinander. Auch wenn es banal ist: Kritik an Netanjahu und rechtsextremen Siedlern ist legitim – das Existenzrecht des jüdischen Staates, der ohne den Holocaust nicht denkbar ist, ist unantastbar.

Man hätte sich dieses Zentrum auch gut in Ostdeutschland vorstellen können, wo sich im Gefolge der AfD ungeniert Holocaust-Relativierung Bahn bricht. Vielleicht wäre es als Lehranstalt gegen Rechtsextremismus sogar akut wichtiger dort. Immerhin kommt ein kleiner Ableger nach Leipzig. Aber, das gibt zu denken: Der Sicherheitsstandard war ebenfalls ein Kriterium für die Standortwahl. Juden sind in München offenbar besser geschützt als in Sachsen.

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