Jerusalem – Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat die Einnahme der strategisch bedeutsamen Kreuzritterburg Beaufort im Libanon durch die israelische Armee als „entscheidende Wendung“ im Kampf gegen die proiranische Hisbollah-Miliz bezeichnet. Israel sei „vereint, entschlossen und stärker als jemals zuvor“ auf die Burg zurückgekehrt, sagte Netanjahu am Sonntag. Die Einnahme der Festung sei eine „dramatische Etappe“ im israelischen Vorgehen gegen die Hisbollah. „Wir ergreifen die Initiative, wir operieren an allen Fronten – in Syrien, im Gazastreifen, im Libanon.“ Beaufort gilt wegen der Lage mit Blick über weite Teile des Südlibanon als strategisch wichtiger Punkt.
Die israelische Armee hatte am Sonntag eine Ausweitung ihres Bodeneinsatzes im Libanon gemeldet. Sie geht dort gegen die von Teheran unterstützte Schiitenmiliz Hisbollah vor, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist.
Frankreich forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. „Nichts kann die Fortsetzung der israelischen Militäroperationen im Libanon und eine immer tiefere Besetzung libanesischen Territoriums rechtfertigen“, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot. Zwar erkenne Paris das Recht Israels auf Selbstverteidigung an, „doch nichts rechtfertigt diese Entwicklung“.