Drohne schlägt in Atomkraftwerk ein
Saporischja – Eine Drohne hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Wand eines Turbinengebäudes im russisch kontrollierten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja beschädigt. Der Betreiber habe gemeldet, dass die Drohne „angeblich ein Loch in der Mauer verursacht“ habe, erklärte die IAEA in Wien. Kernbereiche des Kraftwerks im Süden der Ukraine seien jedoch nicht beschädigt worden, erklärte die russische Atombehörde Rosatom. IAEA-Chef Rafael Grossi warnte: „Atomanlagen anzugreifen heißt, mit dem Feuer zu spielen.“ Rosatom warf der Ukraine nach Angaben russischer Medien einen absichtlichen Angriff auf das Atomkraftwerk vor. Das ukrainische Außenministerium wies die Vorwürfe zurück und warf Russland Desinformation vor.
Startrampe: Ukraine dankt Deutschland
Kiew – Die Ukraine hat nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine neue Startrampe des Flugabwehrsystems Iris-T aus Deutschland erhalten. „Wir danken Deutschland für seinen ständigen Beitrag zum Schutz unserer Leute“, schrieb er auf Telegram. Es seien inzwischen Tausende Leben durch diese „starke Hilfe“ gerettet worden. In dem Beitrag beklagte er die andauernden russischen Angriffe aus der Luft. Allein in dieser Woche hat Russland demnach rund 2300 Drohnen, 1560 gelenkte Gleitbomben und 108 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.
BSW schlägt Merkel als Verhandlerin vor
Cottbus – BSW-Chef Fabio De Masi hält die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die richtige Wahl als Verhandlerin für mögliche Ukraine-Friedensgespräche. „Man hätte ja zum Beispiel sagen können, dann schicken wir eben die Merkel hin. Aber nicht mal das wird ja gemacht in diesem Land“, sagte De Masi beim Landesparteitag des BSW Brandenburg in Cottbus. Er warb für diplomatische Initiativen. „Dieser Krieg hätte vermeidbar sein können, er hätte sich früher beenden lassen.“
Türkei: Opposition tief gespalten
Ankara – Rund eine Woche nach der richterlichen Absetzung des Chefs der größten türkischen Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, hat der von der Justiz ernannte Parteivorsitzende Kemal Kilicdaroglu erstmals die CHP-Zentrale in Ankara besucht. Ein Foto zeigt Kilicdaroglu an seinem Schreibtisch sitzend. „Ich werde Ihnen so bald wie möglich eine Wahlurne für den Parteitag vorlegen“, sagte Kilicdaroglu in einer Ansprache, ohne ein Datum zu nennen. Rund zehn Kilometer entfernt erklärte derweil Özel vor tausenden Anhängern, dass der Parteivorsitz nicht durch einen „ernannten Verantwortlichen“ ausgeübt werden könne. Er forderte Kilicdaroglu auf, sich einer parteiinternen Wahl zu stellen. Die CHP schlittert immer tiefer in die Krise.