KOMMENTAR

Peking diktiert nun US-Außenpolitik

von Redaktion

Trump hält Waffen für Taiwan zurück

Es ist schon jetzt ein Sieg für China. Allein Donald Trumps Ankündigung, Waffenlieferungen an Taiwan vorerst auf Eis zu legen, stärkt Pekings Position – und zwar nicht nur gegenüber Taiwan, sondern gegenüber allen US-Verbündeten im Indopazifik. Die Botschaft ist angekommen: Xi Jinping darf plötzlich US-Außenpolitik mitbestimmen.

Taiwan mit defensiven Waffen auszustatten, hat über Jahrzehnte den Frieden in der Taiwanstraße gesichert. Republikaner und Demokraten waren sich in dieser Strategie der Abschreckung einig. Nun steht mit Donald Trumps Kurswechsel nicht nur ein 14 Milliarden Dollar schweres Waffenpaket auf dem Spiel. Sondern auch die Glaubwürdigkeit der USA als Sicherheitsgarant in der Region.

Umfragen zufolge hält nur noch rund ein Drittel der Taiwaner die USA für einen verlässlichen Partner. Auch in Japan, Südkorea, auf den Philippinen und in Australien schaut man genau hin. Dort weiß man nun, dass amerikanische Zusagen nur dann gelten, solange sie Trumps Interessen nicht im Weg stehen. Und dass die Sicherheit dieser Länder jederzeit Teil eines China-Deals werden kann.

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