In deutschen Städten wachsen die Müllberge

von Redaktion

Illegale Müllkippen wie hier in Duisburg gibt es in vielen deutschen Städten. © P. Sieben

Berlin – Achtlos entsorgte Matratzen am Altkleidercontainer, Öldosen am Straßenrand, überquellende Mülleimer in der Fußgängerzone. Es ist mehr als ein bloßes Gefühl: Deutsche Innenstädte werden tatsächlich schmuddeliger. Konkret: Es gibt immer mehr Müll auf Straßen, Spielplätzen, am Wegesrand. Die Zahl illegaler Müllkippen steigt seit Jahren.

Die Datenlage ist nicht einheitlich, manche Kommunen führen kaum bis gar nicht Buch über illegal entsorgten Müll. Manche registrieren die Abfallmengen in Tonnen, andere in Kubikmetern. Die Tendenz aber ist bei den meisten klar: Der Müllberg wächst.

Beispiel Kaiserslautern, wo die Behörden einen besonders starken Anstieg an wilden Müllkippen beobachten. 2023 zählten die Abfallwirtschaftsbetriebe 1305 illegale Ablagerungen mit 56 Tonnen Müll. 2025 waren es 4400 (88 Tonnen). Vor allem an Altkleidercontainern werde immer wieder achtlos Abfall abgeladen, heißt es von der Stadtverwaltung. In Frankfurt am Main gab es 2023 insgesamt 4095 wilde Müllkippen. Im Jahr 2025 waren es 4997. Hinzu kommt, wie in vielen Städten: Es gibt immer mehr illegal abgestellte Schrottautos. 2023 zählte die Stadt 21 nicht mehr zugelassene Fahrzeuge, die einfach am Straßenrand oder in Waldstücken zurückgelassen worden waren. 2025 waren es 37.

Dramatisch hoch ist die Zahl abgestellter Schrottautos in Köln: „2022 gab es davon 2500 im öffentlichen Raum. 2025 waren es in Köln schon über 5000“, sagte Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) kürzlich unserer Redaktion. Die Menge an sonstigem illegal abgestelltem Müll sei in der Stadt zwischen 2023 und 2025 um 70 Prozent gestiegen. Am Ende müssen sich die Kommunen um die Entsorgung kümmern, das ist teuer: Alleine in Köln kostet das über 13 Millionen Euro jedes Jahr.

Machen es die Städte den Bürgern zu schwer, ihren Müll legal abzuladen? Sind die Gebühren zu hoch? In den meisten Kommunen lässt man solche Argumente nicht gelten. Beispiel Kassel: „Der überwiegende Teil der Abfälle kann unentgeltlich an den Recyclinghöfen abgegeben werden, auch Sperrmüll“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Dort hat man kein Verständnis für Menschen, die ihren Hausrat einfach in der Umgebung abladen. „Elektrogeräte können unentgeltlich auch im Handel zurückgegeben werden. Alternativ besteht bei der Lieferung eines Neugeräts die Möglichkeit, das Altgerät direkt mitnehmen zu lassen.“

München ist unter den Ausnahmen. Und doch gab es auch in der Landeshauptstadt eine Zunahme der illegal entsorgten Abfallmenge von 250 Tonnen im Jahr 2023 auf 290 Tonnen im letzten Jahr.ANDREAS SCHMID,PETER SIEBEN

Artikel 10 von 11