Ein brisanter Pakt

von Redaktion

Vor Landtagswahlen: BSW bringt sich für AfD in Stellung

München – Die AfD erlebt gerade einen regelrechten Umfrage-Höhenflug. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo im September gewählt wird, erreicht die Partei mit 36 beziehungsweise 42 Prozent immer neue Spitzenwerte. Der Haken: Für die absolute Mehrheit reicht es bislang nicht. Die AfD braucht also Partner – und da wird es dünn.

Für CDU, SPD, Grüne und Linke kommt es nicht infrage, eine Landesregierung mit der teils als rechtsextremistisch eingestuften AfD zu bilden. Und da scheint das BSW von Sahra Wagenknecht seine Chance zu wittern. „Mit einer Stimme für das BSW wird die Brandmauer abgewählt“, erklärt Wagenknecht ganz unverblümt gegenüber der „Bild“. In seinem Überlebenskampf bringt sich das BSW als Machtoption für die AfD in Stellung.

Konkret fordert Wagenknecht „einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert“. Wagenknecht präzisiert: „Das bedeutet: auch mit der AfD.“ BSW-Chefin Amira Mohamed Ali erklärt zugleich: Man würde den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt nicht zum Ministerpräsidenten wählen.

Die AfD gibt sich demonstrativ offen. „Komplett ausschließen möchten wir keine Option, die dazu führen könnte, eine tragfähige Regierung zu bilden“, sagt ein Sprecher der AfD-Chefin Alice Weidel zur „Bild“.

Thematisch eint Rechtsaußen und Linksaußen vor allem die Anti-Establishment-Inszenierung. Hinzukommt ein russlandfreundlicher und antiukrainischer Kurs, gepaart mit einer migrationskritischen Haltung. Doch bevor es zu einer Zusammenarbeit kommt, muss es das BSW erst in die Landtage schaffen. In Umfragen liegt die Partei in beiden Bundesländern zwischen vier und fünf Prozent.HUD

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