Europas Ringen um Frieden

von Redaktion

Nach Putin-Brief: Selenskyj trifft sich mit Ukraine-Verbündeten

Nahe Kiew sterben vier Menschen. Selenskyj startet neue Initiative. © AFP, Hoppe/dpa

Tivat – Kommt durch einen Brief wieder Bewegung in die Friedensbemühungen im Ukrainekrieg? Zumindest soll es nach der Initiative des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für direkte Friedensgespräche mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin ein neues Spitzentreffen geben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte am Freitag, es gebe eine enge Abstimmung zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland. In einigen Tagen werde man sich mit Selenskyj austauschen. Bundeskanzler Merz, Großbritanniens Premier Keir Starmer und Macron hatten sich zuletzt vor rund zwei Wochen beraten.

Zu Selenskyjs Brief an Putin sagte Macron: „Ich glaube, dass es heute die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als auch einen Friedensplan ausarbeiten können.“ Zudem müssten die Europäer zu einem bestimmten Zeitpunkt bei den Friedensgesprächen mit am Tisch sitzen, weil es dabei angesichts der geografischen Lage um eine Friedens- und Sicherheitsarchitektur für ganz Europa gehe. Merz äußerte sich ähnlich: „Wir sind gesprächsbereit und aus meiner Sicht ist es ganz selbstverständlich, dass in einem solchen Gesprächsformat die Europäer am Tisch sitzen.“ Er begrüße sehr, dass Selenskyj erneut ein Angebot gemacht habe, mit Putin zu sprechen. „Ich will es betonen: erneut. Das ist nicht das erste Mal, dass er anbietet, mit dem russischen Präsidenten direkte Gespräche zu führen“, so Merz.

Putin erteilte dem Angebot jedoch eine Absage. „Ich sehe darin noch keinen Sinn“, sagte der Kremlchef. Vor einem solchen Gipfeltreffen müssten erst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung des Krieges getroffen werden. Das Schreiben enthalte zudem „Elemente von Unverschämtheit“, erklärte Putin.

Derweil wurden am Freitag bei einem russischen Drohnenangriff nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens vier Menschen getötet. Laut Regionalbehörde habe Russland ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie attackiert. Bei den Opfern handelt es sich demnach um Mitarbeiter. Bei Angriffen auf zwei Frachtschiffe im Asowschen Meer zwischen der Halbinsel Krim und dem russischen Festland wurden zugleich fünf Menschen aus Aserbaidschan getötet, wie das Außenministerium in Baku mitteilte. Im rumänischen Schwarzmeerhafen Konstanza explodierte zudem eine ukrainische Seedrohne. Russland machte für beide Vorfälle die Ukraine verantwortlich.

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