Pristina – In der Republik Kosovo wird am Sonntag zum dritten Mal innerhalb von 16 Monaten ein neues Parlament gewählt. Es ist ein erneuter Versuch, eine politische Blockade zu lösen, die den jüngsten Staat Europas lähmt. Beobachter sind angesichts verhärteter Parteifronten jedoch skeptisch. Die Parlamentswahl wurde notwendig, weil sich die Abgeordneten bei der Präsidentenwahl im Frühling nicht auf ein neues Staatsoberhaupt einigen konnten. Die Verfassung schreibt für diesen Fall die Auflösung des Parlaments vor.
Bereits im Dezember war es nach einer misslungenen Regierungsbildung zu Neuwahlen gekommen. Selbst wenn die linksgerichtete Partei von Ministerpräsident Albin Kurti nach der Wahl am Sonntag erneut eine Alleinregierung bilden kann wie zu Jahresbeginn, zeichnet sich derzeit keine Lösung für die Präsidentenwahl ab.