KOMMENTAR

Lasst sie ihre Zelte aufbauen!

von Redaktion

Gerichts-Streit ums Oktoberfest

Man stelle sich vor: das Oktoberfest am Eröffnungs-Samstag – aber da, wo normalerweise der OB anzapft, liegt ein nacktes Asphalt-Feld, umtost vom Oktoberfest-Trubel. Weil das Schottenhamel-Zelt nicht aufgebaut werden durfte. Was absurd klingt, könnte im Extremfall wahr werden – wenn Gerichte der Stadt München verbieten sollten, Verträge mit Schottenhamel und Paulaner zu unterschreiben, solang die Vergabe-Kriterien nicht letztgültig geprüft sind. Genau zu diesem Thema läuft gerade ein juristisches Verfahren.

Natürlich: Jeder muss sich an geltendes Recht halten. Und natürlich: Es ist gut, dass unabhängige Instanzen diese Einhaltung überprüfen. Aber ein System aussetzen, das jahrzehntelang funktioniert hat? Auf den Verdacht hin, dass es nicht in Europa-Regeln passen könnte? Das hätte eine ähnliche Logik wie: kein Obst essen, weil es sein könnte, dass jemand die Krümmungsradien von Mangos überprüfen will.

Deshalb wäre es vernünftig, Schottenhamel und Paulaner aufbauen zu lassen. Schließlich hätte auch ein anderer Wirt, der gegen das System vor Gericht gezogen ist, nichts von einer leeren Fläche auf der Wiesn.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET

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