Armenien: Skandale überschatten Wahl

von Redaktion

Eriwan – Festnahmen, Bombendrohungen und gegenseitige Vorwürfe überschatten die von massiven Spannungen mit Russland begleitete Parlamentswahl in der Südkaukasusrepublik Armenien. Laut dem Chef der prorussischen Oppositionspartei Starkes Armenien, Samwel Karapetjan, wurden in den vergangenen zwei Tagen mehr als 100 seiner Anhänger festgenommen. „In eben diesem Moment laufen weitere Arreste unserer Unterstützer“, sagte der Milliardär bei der Stimmabgabe.

Karapetjan, der auch einen russischen Pass besitzt, steht selbst seit Monaten unter Hausarrest. Die Behörden werfen ihm einen versuchten Staatsstreich im Zusammenhang mit Unruhen Anfang des Jahres vor.

Das Innenministerium begründete die Festnahmen rund um den Wahltag mit dem Vorwurf versuchten Stimmenkaufs.

Bis 17 Uhr stimmten laut Wahlkommission knapp 49 Prozent der Wähler ab. Die hohe Aktivität ist auch auf die Bedeutung der Wahl zurückzuführen, die von Regierung und Opposition als Richtungswahl verstanden wird. Unter Regierungschef Nikol Paschinjan nähert sich Armenien dem Westen an und strebt nach einem EU-Beitritt.

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