Das Kreml-Njet durchbrechen

von Redaktion

Schröder als Ukraine-Vermittler

Zu Beginn des Krieges hatte die Ukraine per Dekret Verhandlungen mit Wladimir Putin verboten. Jetzt bot Wolodymyr Selenskyj dem Kreml-Despoten, der so viel Tod und Leid über die Ukraine gebracht hat, direkte Gespräche an. Für den ukrainischen Präsidenten war das sicher ein schwerer Schritt. Aber aus der Überzeugung heraus, dass nur Beweglichkeit, nur die Abkehr von den immer gleichen Pfaden, einen derart festgefahrenen Krieg beenden kann, ist das Dialog-Angebot richtig und wichtig.

Zumal immer klarer wird, dass Donald Trump jegliches Interesse an der Ukraine verloren hat – der selbst ernannte Friedensnobelpreis-Aspirant hat bekanntermaßen inzwischen ganz andere Sorgen. Damit fällt den Europäern die entscheidende Rolle zu. Da Putin die EU und Großbritannien nicht als Vermittler, sondern als Kriegspartei ansieht, müssen aber auch Merz, Macron und Starmer Beweglichkeit zeigen.

Putins erneutes Angebot, Gerhard Schröder als Vermittler einzuschalten, sollten sie deshalb nicht nur als „Provokation“ abtun. Natürlich ist der Alt-Kanzler wegen seiner Gazprom-Verquickung kein neutraler Vermittler. Aber es könnte Putins Njet zu jeglicher diplomatischer Lösung durchbrechen, wenn die EU Schröder als Teil eines Verhandlungsteams akzeptiert. Entscheiden dürfte der Alt-Kanzler ohnehin nichts – aber er könnte als Brückenbauer dienen.

Artikel 1 von 11