Als sonderlich schreihalsige Gewerkschaft war Bayerns Beamtenbund nie bekannt, eher als konstruktiv und dialogorientiert. Die Landesbeamten haben republikweit eine gute Reputation, die Staatsregierung kümmerte sich um höhere Besoldung und mehr politische Rückendeckung als anderswo. Umso mehr irritiert jetzt die rhetorische Eskalation: Verärgert, teilweise schrill schimpfen Funktionäre über die um sechs Monate verschobene Tariferhöhung.
In aller Klarheit: Mit Blick auf den ausgeglichenen Haushalt ist dieser Schritt verkraftbar. Und in der Bevölkerung gibt es nicht ewig Sympathie für den Unmut der gut und sicher alimentierten Beamten. In einem Detail treffen BBB und die Gewerkschaften aber einen Nerv. Es passt nicht in die Zeit, dass sich die Landtagsabgeordneten per Automatismus ab Juli um 4,1 Prozent die Diäten erhöhen. Der Bundestag setzt heuer klugerweise aus. Im Landtag kommt hinzu, dass auch die Fraktionen sich ihre Geldmittel drastisch angehoben haben, konzertiert und stillschweigend, in der Hoffnung, es merke niemand. Einige Details, auch Repräsentation und Reisen, zeigen, dass die Landespolitik insgesamt das Sparen zu wenig auf sich bezieht. Das mag kein himmelschreiender Skandal sein; aber es ist politisch unsensibel.