Stockholm – Kriege, Konflikte und geopolitische Spannungen drohen die neun Atommächte in eine Spirale der Aufrüstung zu treiben. „Wir stecken bereits mitten in einem neuen nuklearen Wettrüsten“, sagte Matt Korda vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri. „Jeder Nuklearstaat baut sein Atomwaffenarsenal entweder quantitativ oder qualitativ aus – und manche tun beides.“
Laut dem aktuellen Sipri-Bericht nutzen die Atommächte ihre Arsenale stärker zur Abschreckung, etwa Moskau im Ukraine-Krieg. Hinzu kommt: Seit dem Ende des Rüstungskontrollvertrags New Start zwischen Russland und den USA könnten beide Atommächte theoretisch hunderte Sprengköpfe auf ihre bestehenden Trägersysteme laden, ohne einen einzigen neuen Träger bauen zu müssen.
In diesem Wettrüsten übernehme Europa eine immer aktivere Rolle, so die Forscher; etwa durch die Lastenteilung im Nuklearbereich, an der Frankreich, Großbritannien, Deutschland und andere Länder beteiligt sind. Am schnellsten baue China sein Atomwaffenarsenal aus. Das Land verfügt laut Sipri inzwischen über rund 620 Atomsprengköpfe.
Insgesamt verfügten die neun Atom-Mächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel laut Sipri über 12.187 Atomsprengköpfe. Etwa 9745 davon befanden sich in militärischen Beständen für den potenziellen Einsatz.