Grüne wollen für alle freien Mittagsstrom

von Redaktion

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, fordert eine Korrektur in der Energiepolitik Bayerns. © Peter Kneffel/dpa

München – Sommer, Sonne, freier Strom. So stellen sich das die Grünen im Landtag vor. Denn wenn „die Sonne knallt ohne Ende“, wie Fraktionschefin Katharina Schulze sagt, sinken die Strompreise an den Börsen mittags oft bis in den Minusbereich. Statt Energie abzuregeln, wollen die Grünen Menschen davon direkt profitieren lassen. „Statt negativer Börsenpreise wollen wir kostenlosen Mittagsstrom für Haushalte und Unternehmen ermöglichen“, sagt Schulze. Der Gedanke: „So entlasten wir Haushalte und Betriebe konkret im Alltag und schaffen gleichzeitig Anreize, Strom dann zu nutzen, wenn er klimafreundlich und im Überfluss vorhanden ist – etwa zum Laden von E-Autos, für Wärmepumpen oder industrielle Prozesse.“ In Australien gebe es eine ähnliche Regelung bereits.

Technisch sei das alles umsetzbar, erklärt Martin Stümpfig, der Energie-Experte der Fraktion. Voraussetzung: Um das Angebot nutzen zu können, wäre die Investition in einen sogenannten Smart Meter nötig – ein digitaler Zähler, der den Stromverbrauch alle 15 Minuten erfasst und die Daten über eine Internetschnittstelle mit dem Netzbetreiber und Energielieferanten teilt.

Die Mittagsstrom-Idee ist nicht der einzige Vorschlag, mit dem die Grünen die Stellung Erneuerbarer Energien im Freistaat stärken wollen. In einer Aktuellen Stunde wollen sie heute im Landtag die Staatsregierung auffordern, das erste grüne Wasserstoffkraftwerk nach Bayern zu holen. Zudem plädieren sie dafür, den Aufbau von Solartankstellen entlang von Autobahnen und Staatsstraßen gezielt zu fördern. Noch immer gehe in Bayern zudem wertvoller Sonnen- und Windstrom verloren, weil Anlagen aus Netzgründen abgeregelt werden. Mit Ökostromspeichern könne man diesen aufnehmen und später wieder ans Netz zurückgeben.

Darüber hinaus solle Bayern seine Netze mithilfe von Biogasanlagen stabilisieren. Sie „kaputtzusparen“ wie es der Bund tue, sei ein Fehler. Mit Blick nach Berlin wenden sich die Grünen auch noch einmal konkret gegen das geplante Ende der Einspeisevergütung für kleine Photovoltaikanlagen. Gerade in den Städten, wo die Ausbauquote bisher noch vergleichsweise gering sei, sei jede neue Solaranlage „Gold wert“, sagte Stümpfig.S. HORSCH

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